
Ja ja, so schnell kann es gehen, gestern noch wohlig warm in der Schänke von Rodriguez getanzt und gefeiert und heute bei starkem Regen auf den Weg in den Norden, um einen unbekannten aus den Fängen seine Bewacher zu befreien. Die Stimmung ist nicht gut in der Gruppe. Es regnet und regnet und regnet. Wir reisen zunächst nach Westen am Fjord entlang, in der Hoffnung, einen Fischer zu finden, der uns übersetzen kann. Dies gelingt weniger aus Freundlichkeit des Fischers, sondern mehr aufgrund unserer überzeugenden Erscheinungen… Danach geht es direkt nach Norden in die unberührte Natur von Saxon.
Insgrid scheint die Liebe zur Musik entdeckt zu haben, nachdem sie ihren Auftritt in la Libertad genossen hatte. Rodriguez hat ihr eine einfache Laute geschenkt, die sie sich jetzt jeden Abend am Lagerfeuer erarbeitet. Es ist erstaunlich, wie schnell sie Fortschritte macht. Nach einigen Tagen eröffnet sie Olaf ein neues Projekt. Sie wünscht sich eine große Trommel. Trotz der handwerklichen Fähigkeiten von Olaf sind die ersten Versuche eine Trommel zu bauen, von großen Schwierigkeiten begleitet, denn es fehlt natürlich an Werkzeug, aber auch an geeigneten Baumaterialien. Die Zeit vergeht, und wir wandern mehrere Wochen in völlig unberührter Landschaft, Richtung Norden.
Zunächst unbeachtet fällt unseren Jägern auf, dass wir von zwei humanoiden Wesen verfolgt werden, oder aber diese den gleichen Weg in dieser sonst menschenleeren Gegend haben.
Irgendwann wird aus der sanften Hügellandschaft eine stark bewaldete Gegend. Die Wälder von Saxon duften nicht, wie bei uns, nach Harz und Nadeln, sondern sind durchwachsen von Laubbäumen viele verschiedene Arten, die uns zum Teil gänzlich unbekannt sind. Das Trommelprojekt wird mit diesen Hölzern erweitert, führt aber weiterhin zu keinen befriedigenden Ergebnissen. Tief im Wald. hören wir eines Morgens das Wehklagen einer Frau. Nach einer vorsichtigen Annäherung entpuppt sich diese Frau als eine Dryade, ein uns gänzlich unbekanntes Waldwesen, dass den Verlust ihrer Schwester beklagt. Ihr Name ist Euthalia, was in der Feensprache die Schöne bedeutet, ihre Schwester Malaina (Die dunkle) wurde von Ungeheuern des Waldes entführt und dort schändlich gequält. Sie bittet uns um Hilfe, die wir ihr natürlich sofort gewähren. In nicht allzu weiter Entfernung finden wir das Lager der Unholde.
Es handelt sich um drei Riesen (Trolle), die die Dryade fürchterlich quälen und misshandeln. Der Kampf ist kurz und heftig und wir waren überrascht, mit welcher Leichtigkeit wir diese Gegner schlagen konnten. Übbe und Agnus würden hier vermutlich intervenieren, da sie ganz schön verprügelt wurden. Wir bringen die Dryade zurück zu ihrer Schwester und ihrem Stammbaum. Er erblüht in kürzester Zeit wieder zu seiner vollen Pracht. Die gerettete Schönheit ist dunkelhäutig und die Eichenblätter Ihres Baumes sind rabenschwarz. Uns ist zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar, wie selten diese Art ist. Zum Dank für Ihre Rettung schenken uns die beiden Schwestern jeweils eine schwarze Eichel und eine Buchecker, die wir an einem Ort, an dem wir bleiben wollen, einpflanzen sollen. Dies sollte dann nicht zu unserem Nachteil sein. Wir entdecken auf dem weiteren Wege, dass es unterschiedliche Bereiche gibt, in denen die Samen eingepflanzt werden wollen. Insgrid glaubt, dass es in der Natur Kraftlinien gibt, die unterschiedlich stark sind und dort, wo diese Linien zusammenstoßen, wird sich die Magie der Samen besonders gut entfallen. Ich glaube wir sollten Insgrid bei der Pflanzaktion dabeihaben.
Das Trommelprojekt entwickelt sich vorzüglich. Zum einen haben die Dryaden Magie wirken können, in denen sie die verschiedenen Hölzer in die entsprechende Form zaubern konnten. Zum anderen konnte Halvar den Dilettantismus der restlichen Gruppe nicht mehr ertragen und so offenbarte er sich als Spezialist im Instrumentenbau, da er als Sklave bei den Pikten, beim Bau von allen möglichen Instrumenten mitwirken musste. Wir haben hier einen wahren Meister des Trommelbaus unter uns, der mit verschiedenen Methoden für Insgrid ein Instrument erschaffen hat, das Seinesgleichen sucht.
Wir wandern weitere Wochen für mehrere Wochen Richtung Norden. Irgendwann wurde der kleine Sperling ruhiger und wir hatten anscheinend das Gebiet gefunden, in dem wir auf Adda treffen sollen.
Doch wir waren nicht allein. Ein großer Wolf, der augenscheinlich auch auf Adda wartete schloss sich uns an und wich seit der ersten Begegnung nicht mehr von Barn’s Seite.
Eine Beratung über den Ort des Lagerplatzes und das Vorgehen beim Eintreffen der Gefangenenkolonne wurde schnell durchgeführt und so starten wir einen erstaunlich koordinierten Angriff als die Kolonne mit dem Gefangenentransport uns erreicht. Wir fühlen uns gut vorbereitet, was uns allerdings überrascht hat, war die militärische Disziplin und das koordinierte Vorgehen unserer Gegner. Diese stand im krassen Gegensatz zu unserer Taktik (ran und drauf), doch all ihre Taktik half ihnen nicht. Nachdem Olaf den Anführer mit einem perfekten Schlag ausgeschaltet hatte, begann sich das Blatt zu wenden und Insgrid überraschte uns mit einer motivierenden Darbietung, so dass ich mich wunderte, dass die Gegner nicht sofort die Flucht ergriffen haben. Einige Gegner konnten fliehen, und wir ließen sie gehen, denn wir waren froh, dieser strukturierten Truppe nicht komplett zum Opfer gefallen zu sein. Adda wurde durch den Sperling von den Toren Valhallas zurückgeholt, nachdem ein couragierter Armbrustschütze stoisch die Befehle seines Anführers ausgeführt hatte.
Adda meinte zwar aufgrund seins Glaubens woanders gewesen zu sein, aber auch große Druiden können irren.
Wir machten uns gemeinsam auf zu seinem Hain und Oluf entdeckte seine Vorliebe für Pferde und nahm ein großes Kriegspferd mit vom Schlachtfeld, eine Entscheidung, die noch Folgen haben wird.
Ich habe mir diesen Druiden ganz anders vorgestellt. Seine Lebensphilosophie ist sehr interessant und schlüssig. Die absolute Neutralität, sein Fatalismus, gepaart mit seiner Weisheit macht ihn zu einem guten Anführer, der seinen Stamm sicher durch die Gefahren dieser Zeit führt. Er hat mich beeindruckt, mit seiner Weisheit Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Wir verbrachten mehrere Wochen in seinem Heim. Oluf freundete, der sich mit Edin an. Da hat er unser aller Respekt, denn wer solche Frau bändigen kann, der bändigt alles. Halvar bekam einen wahrlich mächtigen Helm geschenkt, der uns noch groß von Nutzen sein wird, und der Wolf von Adda will zukünftig nicht mehr von Barn’s Seite weichen. Der gute Bo hat sich mit einer Pixie Namens Tschin Tschin eingelassen, generell soll man mit Waldwesen ja vorsichtig sein…, ich glaube er hat diesen Rat nicht beherzigt.
Das Buch, dass Agnus erhalten hat, ist noch nicht entschlüsselt. Ich glaube, wir müssen bald mal zur Heimat Insel von Agnes aufbrechen, um seine Geheimnisse zu entschlüsseln.
Aus den Rinden der Pflanze Dynarin, die Olaf mit nach Hause nimmt, werden wir viele interessante Dinge herstellen können. Ich bin gespannt, ob sie die Reise überlebt.
Nach einigen Wochen, es ist mittlerweile Ende des Sommers machen wir uns zurück auf die Reise nach Edinborugh, um dann zu entscheiden wie unsere Reise weitergeht.
Unsere hartnäckigen Verfolger, die uns seit Edinborugh auf den Fersen sind, wurden in der Zeit unseres Aufenthaltes beschäftigt… Diesem Thema werden wir uns jetzt wohl annehmen müssen…
